8.5.17

Rückkehr nach Montauk

BRD, Frankreich, Irland, 2017 (Return to Montauk) Regie: Volker Schlöndorff mit Stellan Skarsgård, Nina Hoss, Susanne Wolff 106 Min. FSK: ab 0

Schlöndorffs Altherren Sentimentalität

Volker Schlöndorffs „Return to Montauk" wirkt theoretisch wie ein kreatives Remake: Ein bekannter Stoff von Max Frisch auf einer anderen Ebene weitergeführt. Dazu locken Stellan Skarsgård und Nina Hoss als Stars dieser Alters-Romanze. Beim Stichwort Montauk muss man an Max Frischs gleichnamige Erzählung aus 1975 denken und an Schlöndorffs Frisch-Verfilmung „Homo Faber" aus 1991. So tauchte der international sehr angesehene deutsche Regisseur Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel") zwar ins Universum seines Freundes Max Frisch ein. Doch zu Lebzeiten des Schweizer Dichters verwarfen beide eine Verfilmung der „zu autobiografischen" Montauk-Geschichte eines Wiedersehens des älteren und verheirateten Dichters mit der Geliebten von damals. So ist nun ein Original-Drehbuch Vorlage, das Schlöndorff gemeinsam mit Colm Tóibín („Brooklyn") schrieb:

Der Schriftsteller Max Zorn (Stellan Skarsgård), Anfang 60, reist darin zu seiner Buchpremiere nach New York, wo ihn seine Frau Clara (Susanne Wolff) erwartet, die seit einer Weile in der Stadt lebt. Zorns sehr persönlicher Roman handelt vom Scheitern einer großen Liebe. Schon bald trifft Max die Frau von damals wieder: Rebecca (Nina Hoss), in Deutschland geboren, lebt als erfolgreiche Anwältin in New York. Sie hat anfangs keine Zeit für und kein Interesse an Zorn. Überfallartig muss er an der Pförtnerloge des Kanzlei-Hochhauses vorstellig werden. Doch irgendwas von damals muss noch wirken und schließlich kehren sie gemeinsam für ein Winterwochenende nach Montauk zurück, ins Küstenstädtchen, in dem sie einst glücklich waren.

Volker Schlöndorff drehte zwar in New York oft ohne Drehgenehmigung wie ein junger Guerilla-Filmer. Doch das Ergebnis ist eine Senioren-Romanze von und für Kreative, die sich großartig und von ihren Frauen verlassen fühlen. Aber sonst nicht mehr viel vom Leben der anderen mitbekommen. „Return to Montauk" quälte den Wettbewerb der letzten Berlinale als beschauliches, träges Kino von gestern. Die an sich exzellenten Schauspieler Stellan Skarsgård, Nina Hoss und Susanne Wolff wirken wie unter Betäubungsmittel, wenn sie reihenweise leblose Sätze aufsagen. Alles erinnert an Linklaters „Before Sunset" in Paris, nur der ist ein bis zwei Generationen jünger, verspielter und weniger offensichtlich. Wie Schlöndorffs Hauptfigur Max Zorn ist auch dieser Film gefangen in der Vergangenheit, in seiner Fixierung auf die eine Liebe nur öde. Die Selbstbezogenheit des alten Dichters verpasst sowohl das Leid der Ex wie das Leben der jetzigen Partnerin. Nicht nur für einen Schlöndorff sehr enttäuschend.

Keine Kommentare: