23.5.17

Berlin Syndrom

Australien 2017 (Berlin Syndrome) Regie: Cate Shortland mit Teresa Palmer (Clare Havel), Max Riemelt (Andi Werner), Matthias Habich 112 Min. FSK: ab 16

Mit „Lore", der aufsehenerregenden Nachkriegsgeschichte aus der Sicht eines jungen Mädchens, machte Regisseurin Cate Shortland international Furore. Nun schickt sie eine australische Touristin nach Berlin, um in einer Thriller-Situation zu landen und wieder deutsche Geschichte zu reflektieren.

Clare (Teresa Palmer) erlebt als typische Backpackerin Partystimmung auf einem Hochhausdach, fotografiert DDR-Architektur in Friedrichshain und lernt den reizvollen Englischlehrer Andi (Max Riemelt) kennen. Der Thriller deutet sich durch kleine Schreckmomente wie Hundebellen oder Hup-Terror an, bei Andi in der Wohnung wird es schnell intim und dank der Musik direkt schaurig. Als sie am Morgen danach nicht aus der Wohnung kann, erklärt er das später als ein Versehen. Doch am Tag danach wird ihr klar, dass seine Gefangene ist. Die Sim-Karte ist weg, die Fenster sind ein- oder ausbruchssicher. Während Clare einen Fluchtweg sucht, trifft sich Andi mit seinem Vater und diskutiert, in wie weit die DDR ein Unrechtstaat war.

Wieder findet sich eine junge Frau in einer Extremsituation. Die sorgfältig gezeichneten Figuren liefern sich Psychoduell und brutalen Kampf. Das ist von Max Riemelt („Auf das Leben!", „Freistatt", „Freier Fall") und Teresa Palmer, der erfahrenen Darstellerin aus „Hacksaw Ridge", „Lights Out", „Triple 9", Knight Of Cups" und „Point Break", erstaunlich glaubwürdig gespielt und teilweise ähnlich bildstark wie „Lore" fotografiert. Nur dass der Thriller zu oft die Kontrolle übernimmt, ist schade.

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