18.4.17

The Founder

USA 2016 Regie: John Lee Hancock mit Michael Keaton, Laura Dern, John Carroll Lynch, Nick Offerman 115 Min. FSK: ab 0

Ray Kroc (Michael Keaton), ein nicht besonders erfolgreicher fahrender Händler in Sachen Milkshake-Mixer, macht Anfang der 1950er Jahre bei einem Kunden in San Bernardino die sensationelle Erfahrung, sein Essen an einem Drive In-Burger sofort in einer Tüte ausgehändigt zu bekommen. (Etwas, das auch heutzutage beim Fast Food des gleichen Namens nicht wirklich funktioniert.) Ray überredet die witzigen Original-Besitzer Mac (John Carroll Lynch) und Dick McDonald (Nick Offerman), ihr geniales Konzept, mit neuem ergonomischen Design der Küche, einen Burger in drei Minuten verkaufsfertig in die Tüte zu bekommen, per Franchise über die USA zu verbreiten. Der schnelle Erfolg dieser kulinarischen „Symphonie der Effizienz" unter den goldenen Bögen des Logos, welche „die neue amerikanische Kirche" symbolisieren sollen, bringt Ray Kroc anfangs nichts ein. Erst ein kluger Partner hat die bis heute einträchtige Idee, dass nur mit den Grundstücken der McDonalds-Läden richtig Geld zu machen ist.

Auch wenn der Film über den Welt-Erfolg der McDonalds-Kette lange braucht, um als ernüchternd zynische Entblößung des kalten Kapitalismus zu interessieren, bleibt das Qualitäts-Denken der letztlich ausgebooteten McDonalds-Brüder früh auf der Strecke. Sie finden es besser, ein gutes Restaurant zu haben, als fünfzig mittelmäßige, und lehnen die Werbung von Coca Cola resolut ab. Was wie eine belanglose Firmengeschichte unter Werbe-Verdacht beginnt, erschreckt mit dem zunehmend gnadenlosen und immer weniger sympathischen Ray, der sich gleichzeitig von seiner treuen Frau und den McDonalds-Brüdern trennt. Die können sich nicht wehren, weil Mac schwer nierenkrank ist, und schließlich wird ihnen sogar ihr Name abgenommen. Es bleibt ein Weltkonzern, eine typisch amerikanische Erfolgsgeschichte und eine Lüge als Grundlage von allem. Eine Lüge, die sich im Filmtitel widerspiegelt: The Founder - der Gründer. Denn der von Michael Keaton zumindest eindrucksvoll verkörperte Ray Kroc ist genauso wenig der Gründer von McDonalds wie das Zeugs aus seinen Läden als echte Nahrung durchgeht.

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