3.4.17

Nichts zu verschenken

Frankreich 2016 (Radin) Regie: Fred Cavayé mit Dany Boon, Laurence Arné, Patrick Ridremont, Noémie Schmidt 91 Min.

Nicht mal geschenkt will man so einen müden Scherz haben, den Allzweck-Komiker Dany Boon in der neuen französischen Klamotte nach uralten Vorbildern über anderthalb Stunden streckt.

Scherzkeks Dany Boon („Willkommen bei den Sch'tis", „Der Superhypochonder") spielt diesmal den Pfennigfuchser, Knauserer und Geizhals François Gautier. Der Violinist rationiert Strom, Wasser, Licht und vor allem Geld. Zuhause dreht er die Glühbirnen raus und nutzt eine Straßenlaterne vor dem Fenster. Abgelaufene Lebensmittel stellen für ihn eine Herausforderung dar. Die Kollegen meiden den Musiker, weil er sich vor den üblichen Geburtstags- und Abschieds-Geschenken drückt. Andererseits nimmt er auch gerne etwas mit, die geliehenen Kulis oder den Helm nach der gratis Heimfahrt auf dem Roller eines anderen Musikers, selbst Klopapier ist vor ihm nicht sicher.

Nach kurzer Zeit nerven Spar-Neurotiker und Film gleichermaßen. Aber das Schicksal gibt François immer wieder Chancen, sein miserables Image aufzupeppen. Etwa mit der Tochter Laura (Noémie Schmidt), von der er bislang nichts wusste und die ein wahrer Sonnenschein ist. Sie ist die Folge eines abgelaufenen Kondoms, das er mit einer reizvollen Harfenistin vor 16 Jahren benutzte. Laura mietet sich - gegen Bezahlung! - beim frisch gebackenen Vater ein, duscht zu lange und treibt den Sparfuchs auch auf andere Arten in den Wahnsinn. Zusätzlich verliebt er sich in die Cellistin Valérie (Laurence Arné) und als die für ihn kostenlose Creperie der Eltern seines Geigen-Schülers wegen Lebensmittels-Allergien ausfällt, wird der Meeresfrüchte-Spezialladen zum extrem teuren Horror.

Ein paar vor allem billige Scherze, überzogene Mimik, hemmungsloser Klamauk auf Kosten einer müden Grundidee. Nur wer Dany Boon grundsätzlich als komisch ansieht, wird selbst bei dieser Humor-Mumie noch was zu lachen haben. Der vormalige Action-Regisseur Fred Cavayé kippt am Ende auch noch eine Portion Rührseligkeit über die ganze Peinlichkeit. „Nichts zu verschenken" ist wie „Ein Mann namens Ove" nur auf - nicht um! - 10 Prozent runtergespart - bei Scherzen, Charakteren und Ideen. Vor allem die Figuren wirken, als ob man sie gründlich entstauben und mit Elektroschocks wiederbeleben müsste. Jemand erinnerte dieser Klamauk an Louis de Funes, aber das ist wirklich übertrieben: Dessen Modernität, Geschwindigkeit und Einfallsreichtum erreicht diese Spar-Version eines Schmerzes niemals.

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