5.3.17

Wilde Maus

Österreich, BRD, 2016 Regie: Josef Hader mit Josef Hader, Pia Hierzegger, Georg Friedrich, Jörg Hartmann, Denis Moschitto 103 Min. FSK: ab 12

Ein neuer Hader ... ist „Wilde Maus" leider nicht! Der österreichische Kabarettist Josef Hader lädt für seine erste Regiearbeit auf einer Achterbahn-Fahrt, die so heißt wie der Film. Dabei inszeniert sich der beste Brenner-Darsteller aller Zeiten selbst als geschassten Wiener Musikkritiker Georg. Er kann die Kündigung seiner Frau nicht eingestehen und lungert nun statt in der Redaktion auf dem Prater herum. Eine Jung-Schreiberin, die nicht weiß, dass man „Die Zauberflöte" als Singspiel bezeichnet, schreibt unter seinem Namen weiter. Im Frust demoliert der ehemaliger Förderer und Vernichter musikalischer Existenzen Nacht für Nacht den Porsche seines ehemaligen Chefs aus Deutschland und beteiligt sich schließlich an der Achterbahn „Wilde Maus" eines anderen Gescheiterten, als Gauner und Prolet trefflich gespielt von Georg Friedrich (in seinem zweiten Kinostart diese Woche neben „Marija").

Bei dieser Achterbahn-Fahrt stürzen leider Hoffnung auf den Schauspieler Hader („Brenner", „Vor der Morgenröte") und Begeisterung für den trefflichen Kabarettisten rapide ab. Hader selbst bekam vom Autoren Hader eine Figur übergestülpt, derer intellektuelle Macken und Manierismen nicht den ganzen Film über interessieren. Die Wandlung des gepflegten Kritikers, der nur mit dem Wort massakriert, zum Wutmenschen, der mit dem Revolver fuchtelt und ein „muscle car" fährt, ist keine psychologische Weltneuheit. Wie viele Studenten der Geisteswissenschaften wurden nicht schon als Taxi-Fahrer zum Raser! Das Eheproblem mit einer frustrierten Psychologin läuft mit und löst sich am Ende im Dauergespräch auf. Das alles wird leidlich witzig und recht lahm erzählt. Es bleibt ein schönes Plakatmotiv von Hader on Ice und die Vorfreude auf Hader unter anderer Regie.

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