5.3.17

Marija

BRD, CH 2016 Regie: Michael Koch mit Margarita Breitkreiz, Dahin Eryilmaz und Georg Friedrich 101 Min.

Marija will etwas Eigenes. Auch wenn das für die Ukrainerin in der Dortmunder Nordstadt nur ein eigener Friseursalon ist. Thematisch auf den Spuren der Brüder Dardenne versucht sie ganz unten zu überleben, schläft mit dem türkischen Vermieter, übersetzt für schwerkranke Schwarzarbeiter, die nicht zum Arzt können, und verliebt sich schließlich in den gerissenen Österreicher (Georg Friedrich), der Schwarzarbeiter vermittelt und Marija direkt durchschaut. Um sich ihren großen Traum zu verwirklichen, greift sie auch zu fragwürdigen Methoden. Aber moralische Bedenken und Emotionen sind Angelegenheiten, die man sich leisten können muss.

Schon wie Marija beim Putzen in Hotels klaut und dann der petzenden Kollegin ein Messer ins Bein haut, macht diese Figur interessant. Der Debütfilm „Marija" wurde ruhig und sicher im Milieu inszeniert und ist dabei nicht nur wegen der moralischen Dilemmata spannend. Nebenbei erhalten wir Einblick in die sozialen Zustände von Einwanderern und Arbeitern in der Nordstadt. In der Hauptrolle brilliert Margarita Breitkreiz und zeigt, dass sie mehr als nur TV kann. Georg Friedrich legt - nach dem unerträglichen Berlinale-Auftritt in Arslans „Helle Tage" - wieder seine Qualitäten im reduzierten Ausdruck an den Tag. Regisseur Michael Koch, Absolvent der Kölner „Kunsthochschule für Medien", zeigt sich als interessante Neuentdeckung.

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