28.3.17

Gaza Surf Club

BRD 2016 Regie: Philip Gnadt, Mickey Yamine 87 Min. FSK: ab 0

Was für ein krasser Gegensatz: der Surf-Sport mit seinem großen Freiheitsgefühl, den Songs von „Surfin' USA" und dagegen die extreme Situation in dem zerbombten, unterdrückten, verarmten Gazastreifen. In einem Streifen Land, der dauernd im Krieg mit Israel liegt, eingesperrt in den Grenzen Israels, vergessen junge Palästinenser selbst ihren Job im Krankenhaus, wenn große Wellen hereinbrechen. Sie können richtig gut surfen, legen auch mal einen Handstand auf dem Brett mitten auf der Welle hin.

Auch wenn sich hier die üblicherweise hochglänzenden Surf-Bilder nicht finden, bietet der Sport eine treffliche Metapher. Macht er doch, obwohl eigentlich nebensächlich, die Unterdrückung der Menschen deutlich. Selbst der Zugang zum Meer wird von der israelischen Armee immer mehr willkürlich eingeschränkt, so dass die Fischer kaum noch überleben können. Sie leben am Meer, aber es fühlt sich wie ein Gefängnis an. Von der Geburt bis zum Tod sind Sie auf diesem Platz festgelegt, an diesen Ort gefangen, erzählt der Gaza-Surfpionier Abu Jayab.

Die Situation für Mädchen, die früher noch surfen und schwimmen konnten, bis sie 16 Jahre alt waren, hat sich wiederum unter der Hamas-Regierung verschlechtert. Eine Hafenpolizei untersagt nun solch „unanständiges" Treiben. Doch mitten in den Trümmerfeldern gesprengter Häuser wachsen große Träume eines Surfshops und der Herstellung eigener Boards, denn deren Import ist auch verboten.

Die sehenswerte Dokumentation des deutsch-ägyptischen Regie-Duos Philip Gnadt und Mickey Yamine informiert und fängt in Gesprächen sowie atmosphärischen Bildern gut die bedrückende, aber nicht hoffnungslose Stimmung der Menschen im Gaza ein.

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