12.1.15

The Gambler

USA 2014 Regie: Rupert Wyatt mit Mark Wahlberg, John Goodman, Brie Larson 111 Min.

Alles auf Schwarz! Das ist nicht nur eine der Wahnsinns-Aktionen des notorischen Spielers Jim Bennett (Mark Wahlberg), wenn er schnell beim Black Jack zusammen gezockte Zigtausend mit einem Schlag wieder verliert. „Alles auf Schwarz" ist auch Lebenseinstellung des mit Wohlstand, Intelligenz, literarischem Talent und gutem Aussehen gesegneten Literaturdozenten Jim Bennett. Das Musterbeispiel einer Person, die alles hat und es schafft, sich alle Probleme der Welt an den Hals zu holen. Dies gepaart mit selbstmörderischem Draufgängertum.

Damit erntet der Mann im Anzug mitleidige Blicke beim koreanischen Boss des illegalen Kasinos, belustigt interessierte beim afroamerikanische Kredithai und faszinierte von der eleganten, junge Kellnerin Amy Philips (Brie Larson). Faszinierend auch seine Literatur-Vorlesung, die den Fragen nach Talent, Ruhm oder Erfolg
mit einer rücksichtslosen Offenheit nachgeht. Mit der nun verhuscht wirkenden Frau Philips als einzigem Talent der Klasse. Doch bevor jetzt Romantik ausbricht, schafft es Bennett, sich bei gleich drei Kredithaien mit 260.000 Dollar zu verschulden. Eine Summe, die seine schwerreiche Mutter Roberta (kurz und eindrucksvoll: Jessica Lange) noch ein letztes Mal für ihn bar von der Bank abhebt. Worauf der Spieler die Tasche voller Geld sofort wieder verzockt.

Sieben Tage bleiben Bennett und dem Film, die Schuld zu begleichen, wobei Regisseur Rupert Wyatt seine Schuld aus „Planet der Affen: Prevolution" mit einem ein Film von derartig dichter Figurenzeichnung begleicht, dass die üblichen Wendungen, dass dies Befürchtungen um die verfolgte Hauptfigur unwichtig werden. Selbst das Gespräch des nihilistischen Dozenten mit dem Basketball-Star der Schule, der nur pro forma in Literatur nicht durchfallen darf, geht in die Tiefe zweier Lebensentwürfe.

Doch keiner bringt die Situation des lebensmüden Zockers so auf den Punkt wie John Goodman, nackt, glatzköpfig und fett in großartiger Sauna-Szene als Geldverleiher und Analytiker Frank. Mit nur einer weiteren großen Szene ist Goodman allein den Filmbesuch wert. Mark Wahlberg überrascht angenehm unmuskulös als gleichzeitig geschliffener Intellektueller mit schmierigem und respektlosem Gehabe. Doch vor allem die Figur, die nicht aufhört, bis sie verliert und dabei lächelt, ist stark. Starker Toback, James Toback schrieb das Original-Drehbuch „Spieler ohne Skrupel" zum gleichnamigen Film von Karel Reisz aus dem Jahr 1974. Nur schade, dass dies Remake bis zum Finale in der Höhle des Löwen immer konventioneller wird.

Keine Kommentare: