25.1.15

John Wick

USA, Kanada, VR Chin, 2014 Regie: Chad Stahelski, David Leitch mit Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Toby Leonard Moore, John Leguizamo, William Dafoe 101 Min.

Noch ein Beweis notwendig, dass Hunde als Notnagel für Einsamkeit nicht taugen? John Wick (Keanu Reeves) ist ein gesetzter Ex-Killer, der schon Speck ansetzt. Dann stirbt seine Frau an einer Krankheit, ein ungezogener Gangstersohn klaut sein Auto, bringt als Höhepunkt der Bestialität auch noch Wicks Schoß- und Trosthund um. Das ist selbst für den coolsten Killer im Ruhestand zu viel und so bringt John Wick aus Rache den Rest des Films alles um, was sonst darin rumläuft.

Baba Jaga, nennt der russische Mobster-Boss Viggo Tarasov (Michael Nyqvist) nach einer mythischen slawischen Figur den Killer John Wick. Die flott eingeblendeten Übersetzungen machen den Boogeyman daraus, der unwiderruflich den Tod bringt. Das sieht in diesem Hochglanz-Schrott mit höchst langweiliger Ballerei überhaupt nicht mythisch und ziemlich banal aus, weil John Wick aus irgendwelchen Gründen allen anderen immer überlegen ist. Wobei nie klar wird, wieso er besser sein soll als die anderen. Außer dass Keanu Reeves ihn spielt. Doch Wick - noch ein Riesenfehler des Konstrukts - hat auch nichts mehr zu verlieren. Er geht die Rache sehr kalt an, sonst würde der Blödsinn ja nicht für fast zwei Stunden Film reichen.

Meistens interessiert sich die Kamera mehr für Autos und anderen materiellen Schrott als für die Figuren. Die Wohnung Wicks ist durchdesignt, der Anzug schick, das Haar immer gut gestylt. Alle Autos schleudern dauernd mit quietschenden Reifen durch die Kurven. Dazu als Dekoration eine unglaubliche Anzahl an mit rauer Rockmusik hochstilisierten Morden. Zur Erweiterung der Kampfzone zieht er in ein schickes Hotel nur für Killer. Auch aus dieser Idee holt der Film nichts raus, die Action-Choreografie ist mäßig. Dabei huldigte Reeves in seiner eigenen Regie-Arbeit „Man of Tai Chi" doch gerade den Martial Arts-Star Tiger Hu Chen.

„John Wick" ist einen Moment mal lustig, wenn ein Polizist nach einer großen Schießerei freundlich bei Wick anklopft, die Leichen sieht und sich dann ebenso freundlich mir verabschiedet. John Wick scheint nicht nur recht bekannt zu sein, er ist auch ein anständiger, ein ordentlicher Mann. So zelebriert der Film nicht nur sein Morden, sondern auch das Aufräumen hinterher. Die alten Bekannten wissen genau, welche Reinigungsdienste verlangt werden, wenn John „für eine Reservierung" anruft.

Noch einschläfernder als Wicks Medi Nait wirkt dieser tödliche Langeweiler in Hochglanzfotografie mit knalligen Farben - Gewalt in Blau, Trauer in Rot. Dabei ist „John Wick" verschwenderisch mit Charakterköpfen besetzt, unter anderem John Leguizamo und William Dafoe hätten ihre Zeit besser nutzen sollen. Schon lange gab es keinen derart simplen Film mehr. Ein Säulengang erinnert ganz fern an „Matrix" und macht ganz schön traurig angesichts dieses Niedergangs von Keanu Reeves.

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