12.1.15

Amour Fou

Österreich, Luxemburg, BRD 2014 Regie: Jessica Hausner mit Birte Schnöink, Christian Friedel, Stephan Grossman, Sandra Hüller, Katharina Schüttler 96 Min. FSK: ab 6

Verrückt, diese Tat und verrückt, dieser Film. Der Doppel-Selbstmord des Dichters Heinrich von Kleist (1777-1811) mit Henriette Vogel (1780-1811) am Wannsee ist (Literatur-) Geschichte. Verschroben und leicht verschoben aus dem normalen Blickwinkel sind in der Nacherzählung der Österreicherin Jessica Hausner nicht nur die stark durch ihre Dialoge definierten Figuren. Wie bei David Lynch, beengt und bedrückend, stehen und sitzen sie in kleinen Kammern. Die Kostüme passen nicht richtig, in den Räumen beißen sich die viele Dekors. Die Regisseurin nennt ihre komplett nachgebauten Sets denn auch „Seelenräume". Oder ganz banal „seltsame Settings".

Der erst posthum „groß" gewordene Kleist (Christian Friedel) kommt dabei nicht gut weg. Das Verhältnis zu Goethe bereits gespannt, hausiert er kindlich trotzig mit seinem Todes-Wunsch. Allerdings so die Auserwählte mit ihm aus Liebe sterben wollen. So erhält er auch von der braven Gattin und Mutter Henriette (Birte Schnöink) erst eine Abfuhr. Doch als diese an einer mysteriösen Krankheit leidet, möchte sie auch ihr Leben beenden. Das ist dann zwar nicht aus Liebe, was zu kuriosen Verstimmungen führt...

Nach „Lourdes" (2009), „Hotel" (2004) und „Lovely Rita" (2001) ist „Amour Fou" der vierte Film, der bemerkenswerten Regisseurin Jessica Hausner. Und wieder deutlich ein Kunstwerk, in dem es nicht um reale Personen geht. Hausner bezeichnet das tragische Treffen als Versuchsanordnung einer unmöglichen Liebe bis in den Tod. Kurios, auf seltsame Weise unterhaltsam und einzigartig ist das Ergebnis.

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