11.8.14

Saphirblau

BRD 2014 Regie: Felix Fuchssteiner, Katharina Schöde mit Maria Ehrich, Jannis Niewöhner, Peter Simonischek, Josefine Preuß, Katharina Thalbach 116 Min. FSK: ab 6

Der zweite Teil der Verfilmungen von Kerstin Giers „Edelstein"-Trilogie springt mitten rein in die recht unübersichtliche Handlung einer Liebe und einer Verschwörung über die Grenzen der Zeit hinweg. Wir landen mit einer neuerlichen Zeitreise 1609 in einer Kneipe und erleben Shakespeare als Vorleser. Erst nach ein paar Minuten schiebt „Saphirblau" eine dröge Zusammenfassung des bisher in „Rubinrot" Geschehenen nach - sehr ungeschickt. Die 16-jährige bodenständige Gwendolyn Shepherd (Maria Ehrich) bekommt es dank ihres Zeitreise-Gens mit einem arroganten, aufgeplusterten Verschwörungsklan zu tun. Doch in den jungen Sprössling dieser Brut, Gideon de Villiers (Jannis Niewöhner), verliebt sie sich trotzdem und die dramaturgisch nicht sehr simpel motivierten Zeitsprünge geben der Teenie-Liebe reichlich Gelegenheit für Zweifel, Streit und Versöhnungen. Außerdem ist es auch nett, wenn man sich für „das erste Mal" nicht in irgendeiner Kammer sondern gleich in irgendeinem Jahrhundert verstecken kann.

Aber gerade bei diesen mäßig romantischen oder kribbeligen Treffen in Raum und Zeit werden die typisch reizvollen Momente des Zeitreisen-Genres überhaupt nicht genutzt. Außerdem wird man den Eindruck nicht los, man hätte das alles schon einmal gesehen, hier würden Stücke aus „Rubinrot" wiederverwertet. Andauernd wird vergeheimnisst, niemand spricht seine Sätze zu Ende, weil dann wohl auch der Film aus wäre. Zur Verhüllung dünner Substanz trägt auch die immer noch die gleiche Kapuzenmänner-Verschwörung mit ihrem Latein-Gebrabbel bei. Ansonsten langweilig platte Dialoge, eine völlig reizlose Sprache, nicht verständliche Zwänge, unnötig verkomplizierte Situationen. Kurz gesagt: Es passiert so gut wie nichts und das Nichts ist auch noch schlecht gemacht.

Um dieses öde Filmchen aufzupeppeln, fügte man digital einen tollpatschigen Wasserspeier hinzu, den nur Gwendoline sehen kann. Was wiederum das Zielpublikum verwässert: Welcher echte Teenager begeistert sich öffentlich für so einen „Babykram"? Überhaupt ist zweifelhaft, ob die entscheidenden Zuschauer die völlig leblosen Dialoge ernst nehmen werden. Das Schauspiel, wenn man es überhaupt so nennen kann, schwankt von sehr mäßig bis zu unangenehmem Overacting bei Witzfiguren wie dem überzeichnet ekligern Aufpasser der Gilde. Und wenn man denkt, schlimmer geht es nimmer, tritt auch noch Veronika Ferres auf. „Saphirblau" ist vor allem eine Teenie-Romanze, die extrem drunter leidet, dass beide Hauptdarsteller null Charismas haben. Sollten sie zwischen den Teilen ausgetauscht werden, kein Zuschauer würde es merken.

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