20.8.14

Besser als Nix

BRD 2014 Regie: Ute Wieland mit François Goeske, Wotan Wilke Möhring, Anna Fischer, Hannelore Elsner Nicolette Krebitz 96 Min. FSK: ab 12

Diese Woche bringt das Kino eine Offenbarung - den dänischen Film „When animals dream". Hier bei dem deutschen Filmchen „Besser als Nix", am anderen Ende der Skala, jedoch sieht man alles, was falsch laufen kann, wenn der orientierungslose, 16-jährige Tom Rasmus (François Goeske) über ein Bestattungsinstitut ins Leben hineinfindet.

„Das Leben ist ein Arschloch" meint Grufti Tom, ein vorgeblich düsterer Junge mit schwarzen Klamotten, großem Kreuz und Kopfhörer auf den Ohren. Sein Vater ist Säufer und Fußballtrainer in einem kleinen Kaff auf dem Lande, die Mutter starb vor drei Jahren. Nun landet Tom bei der Berufssuche in einem Bestattungsinstitut mit seltsamem Chef (Martin Brambach) und skurriler Assistentin Olga (Nicolette Krebitz). Da muss selbstverständlich eine Urne herunterfallen und die Asche im Tee des verpeilten Bosses landen. Und Tom direkt öfters mal im Sarg liegen. Ohne ins Details zu gehen: Eine Szene geriet schlimmer als die vorherige. Die Scherze um die angeblich HIV-positive Olga verfehlen deutlich, als schwarzer Humor durchzugehen.

Absurd sind die Fahrstunden mit einem Freund, weil Tom nicht aus dem Kreisverkehr herauskommt. Klar, das ist eine Metapher für seine Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Doch trotz vergeigter Führerschein-Prüfung fährt er direkt mal mit dem Bestattungswagen los. Es dauert fast eine halbe Stunde, bis der Unfall der Fahrprüferin die Stimmung ins Makabre biegen will. Die Referendarin Sarah Gerster (Anna Fischer) verliebt sich in den düster bekleideten Schüler. Letztlich muss dann auch noch der beste Freund sterben, um mit aller dramaturgischen Gewalt Gefühle in den konstruierten Film zu pressen. Selbst seltene gute Momente und die wenigen gelungenen Aufnahmen gehen im unausgewogenen Gesamtbild unter.

Regisseurin Ute Wieland („Freche Mädchen", „FC Venus") bekommt nix nicht hin, dabei hat man anscheinend Hoffnungen in sie oder in Nina Pourlaks Vorlage gesetzt, den Roman "Besser als Nix". Anders lassen sich die Besetzungen von Wotan Wilke Möhring, Nicolette Krebitz, Hannelore Elsner als Toms Oma oder auch Anna Fischer („Heiter bis wolkig") nicht erklären.

François Goeske kann in dieser Hauptrolle außer sensiblen Augen mit Kajal nicht viel zeigen. Dass die Krebitz an der Witzfigur der ukrainischen Bestattungsunternehmerin Olga Spaß gehabt hat, kann man sich vorstellen. Auch Martin Brambach als ihr Chef Herr Hiller kommt als Karikatur gut. Wenn der Film dies allerdings all zu deutlich als „Horror-Show" markiert, dann funktioniert auch das nicht im uneinheitlichen Durcheinander von Stilen und Stimmungen, von Qualitäten und Ausfällen. Ob dieser Film wirklich besser als Nix ist, bleibt fraglich. Sicher ist, es gibt viel Besseres als dies.

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