23.7.14

Good Vibrations

Großbritannien, Irland 2012 Regie: Lisa Barros D'Sa, Glenn Leyburn mit Richard Dormer, Jodie Whittaker, Michael Colgan 103 Min. FSK: ab 6

In den 70ern in Belfast, im blutigen Bürgerkrieg mitten auf einer umkämpften Straßenmeile einen Plattenladen zu eröffnen. Für so eine Idee muss man besonders verrückt und sehr idealistisch sein. Terri Hooley hat dies tatsächlich gemacht und dieser wunderbare Film erzählt seine wahre Geschichte: Zuerst holt Terri (großartig: Richard Dormer) die Gegner in einer Kneipe zusammen, gibt ihnen ein paar LPs und bittet sie, nicht in seinem Laden erschossen zu werden.

Dann entdeckt der Plattensammler den Punk, aber vor allem die politischer Kraft seiner Ablehnung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Terri wird Plattenproduzent, geht mit einer Band namens Rudi auf Tour ins verschnarchte Hinterland und die eine richtig gute Nummer, verschenkt er quasi an eine große Plattenfirma. Terri ist ein Idealist, der seine Miete und Steuern nicht zahlen kann, selbst als er die Ulster-Hall füllt. Er wird zwar mittlerweile der „Godfather of Belfast Punk" genannt, war aber nie ein Geschäftsmann. Aber ein Verführer, der seine große Begeisterung teilt, manchmal mit einem Joint dazu.

Begeisterung teilt auch „Good Vibrations", dieser großartige Film über (Punk-) Musik als (Über-) Lebenskraft im Krieg, als vereinigende Energie im System des Teilen und Herrschen: „New York has the haircuts, London has the trousers, but Belfast has the reason!" fasst Terri es zusammen. Mit klasse Montagen historischer Aufnahmen, rasante Zeitläufe Nordirlands grätscht immer wieder der Bürgerkrieg ins Leben. Das wird zwar mit Witz und Sarkasmus filmisch präsentiert und kommentiert. Doch letztlich ist der Film ebenso rührend begeisternd wie traurig. Terri bleibt jedoch trotz aller Umstände ein fröhlicher, optimistischer und witziger Mann.

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