12.11.13

Jackpot - Vier Nieten landen einen Treffer

Norwegen 2011 (Arme Riddere) Regie: Magnus Martens mit Kyrre Hellum, Mads Ousdal, Arthur Berning 83 Min. FSK: ab 16

Das am Anfang stehende Ergebnis sieht aus, wie auf dem Set von Quentin Tarantino zusammengekehrt: Sieben Leichen in Striplokal, ein völlig blutverschmierter Vorraum und noch ein paar Leichen vor der Tür. Oscar Svendson, der mit dem Gewehr in den Händen unter einer der Leichen hervor kriecht, scheint eindeutig der Täter zu sein. Allerdings macht die Geschichte schnell klar, dass er auf seiner Arbeitsstätte unter lauter schweren Verbrechern der einzige Harmlose war. Kontakt mit der Polizei hatte er bisher allein wegen Geschwindigkeitsübertretungen und nur sein Job als Vorarbeiter brachte ihn in Kontakt mit dem Verbrechen.

Der liebe und harmlose Oscar gibt widerwillig für seine schweren Jungs ein Toto-Zettel ab. Allerdings lässt er sich von der süßen Frau an der Annahmestelle überreden, ein Spielergebnis zu verändern. Sie hatte Recht und er nun den Jackpot in der Tasche. Worauf seine Kumpels direkt anfangen, sich gegenseitig zu dezimieren. Das führt zu netten Momenten, wenn mitten im Zerlegen des ersten verschiedenen Gewinners die Toto-Gesellschaft anruft und fragt, ob sie Hilfe beim Anlegen des Geldes brauchen.

In seiner Erzählung springt der alberne Mords-Spaß wild zwischen dem Verhör, dem Verbrechen und der Vorgeschichte hin und her. Es gibt den üblichen Spaß mit einer Leiche, die irgendwie verschwinden muss, und die kriminellen Deppen, die wir seit „Fargo" zu gut kennen. Neben dem Spaß, Gangster zu Plastikweihnachtsbäumen recycelt zu sehen, hält vor allem die Montage für Spannung. Und die Frage, was eigentlich passiert ist. Immerhin hat Ko-Autor Jo Nesbø den Roman für den richtig spannenden „Headhunters" geschrieben.

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