28.10.13

Thor - The Dark Kingdom

USA 2013 (Thor: The Dark World) Regie: Alan Taylor mit Chris Hemsworth, Anthony Hopkins, Natalie Portman, Tom Hiddleston, Stellan Skarsgård 130 Min.

Karneval ist noch weit, aber schon prügeln sich wieder Leute in Ritterrüstungen aus Plastik: Auch der zweite Thor aus der Marvels Comic- und Film-Produktion ist über lange Strecken alberner Mummenschanz, doch zum Glück kommt zu den Göttersagen aus Comicheften eine Portion Klamauk durch Sterbliche von der Erde wie Natalie Portman als Wissenschaftlerin Jane. Und wenigstens im Finale dank Science Fiction ein Stück überraschend spannender Film.

Die ersten Minuten mit aufwändigem Gemetzel und "was die letzten 5000 Jahre geschah"-Geschwätz kann man sich - wie das 3D - ruhig sparen. Mäßig interessant wird es erst, als Forscherin Jane ("ich Thor, du Jane") sich wieder auf die Suche nach enormen Gravitäts-Phänomenen und nach ihrem göttlichen Lover Thor (Chris Hemsworth) begibt, der nun bereits zwei Jahre verschwunden ist. Etwas zu zufällig findet sie die dunkle Macht namens Äther und weckt damit eine Herde Orks, die über schicke Raumschiffe verfügen. Selbstverständlich wollen auch sie die ganze Schöpfung in ein dunkles Königreich verwandeln - gähn. Das Durcheinander aus Genres und Fantasy-Elementen anderer Filme ("Star Wars", "Herr der Ringe") ist scharf an der Grenze, ganz billig zu wirken. Mal wieder sollen neun Planeten (s. Polanskis „Die neun Pforten") und Welten in Konstellation wie an der Schnur aufgereiht, für Unheil und viele Schwarze Löcher sorgen. Zwanghaft eindrucksvolle Weltall-Flüge an Thors Hammer werden von grob lauter Musik gepuscht.

So bringt vor allem Schwiegertochter Jane Ärger und Spaß in Odins (Anthony Hopkins) öden Götter-Science Fiction. Die bleichen Gegner heizen derweil den Asgard-Recken und ihren mittelalterlichen Waffen mit raffiniert Krummdolchen und Alien-Köpfen nachempfundenen Raumschiffen, angerosteten Panzerfäusten und Implosions-Granaten ein. Für Romantik oder ein schön kitschiges Begräbnis für Thors Mama Freia bleibt da nur ganz wenig Zeit. Die Erde dient dem Film als Spielball und Comedy-Bühne, auf der selbst Thor seinen Hammer an die Garderobe hängt. Die selbst beim Zuschauen ermüdenden Prügeleien schwingen sich nur im Finale beeindruckend ins göttliche Sphären auf, wenn Figuren, Autos und Urzeit-Ungeheuer wie Flipper-Kugeln durch Schwarze Löcher im Universum herumhüpfen. "Mind the Gap" mahnt dazu die Stimme der Londoner U-Bahn - passt auf die Löcher auf!

Der legendäre Comic-Autor und Ko-Produzent Stan Lee hat wieder seinen humorigen Kurzauftritt als Busfahrer. In der Hauptrolle bleibt Chris Hemsworth, der James Hunt aus „Rush" und der Thor aus „Thor" eindimensional heldenhaft. Am meisten Profil hat noch die Großaufnahme von Bauch und Muskel, die allerdinges arg nach Plastik aussehen. Odin Anthony Hopkins bekommt kurz Züge von Heerführer Hitler, langweilt aber ansonsten mit vorhersehbarem Vater-Gehabe. Genial bösartig und cool dagegen Tom Hiddleston als sein Bruder Loki, dem auch der Schlusspunkt gebührt - mit einem fiesen Cliffhanger für die nächste Fortsetzung.

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