25.9.13

Prince Avalanche

USA 2013 Regie: David Gordon Green mit Paul Rudd, Emile Hirsch, Lance LeGault, 90 Min. FSK: ab 6

Irgendwo in einem enormen Übermaß an Natur, in üppiger Fauna und Flora hat sich eine Straße verirrt. Und dort wiederum, einsam inmitten des Asphalts, liegt ein gelber Mittelstreifen, teilt das Nichts in zwei Hälften. Die Vorstellung, dass jemand diese Striche fast von Hand aufgebracht hat, ist schon in kleines Poem der Verlorenheit an sich. Alvin und Lance heißen die beiden Arbeiter, die in der Einöde die gelben Striche malen. So weit weg von der Zivilisation, dass sie gleich zwischen den Arbeitstagen campen und nur am Wochenende vielleicht mal in die nächste Stadt fahren. Eine perfekte Situation für einen Koller. Zumal der ältere Alvin auch Schwager von Lance ist. Der hasst die Einsamkeit, will in die Stadt, zum richtigen Leben, zu den jungen Frauen. Alvin hingegen ist zufrieden in der Natur, mit den Briefen seiner Frau. Als die jedoch von Trennung schreibt, eskaliert das gespannte Verhältnis am gelben Strich. Lance bleibt allein zurück und trifft in einer surrealen, vom Waldbrand verwüsteten Gegend auf seltsame, märchenhafte Gestalten...

Das herausragende, umwerfend komische und traumhaft rührende Drama um einen Mittelstreifen, „Prince Avalanche", erhielt bei der Berlinale verdientermaßen den Silbernen Bär für die Beste Regie. Man kann es sich kaum vorstellen, aber der Film von David Gordon Green, nach einer Vorlage von Hafsteinn Gunnar Sigurðsson (Drehbuch zu "Á annan veg" von 2011) ist in seinen besten Momenten so komisch wie die Erfolge von Wes Anderson, wie „Die Royal Tenenbaums", „Darjeeling Limited" oder „Moonrise Kingdom". Mit dem tollen Schauspiel von Paul Rudd und Emile Hirsch schafft es Green sogar, mit diesem unwahrscheinlichen Setting zu faszinieren. Wobei die Begegnungen von Lance mit einer verwirrten, alten Frau und einem alkoholisch schwer beladenem Trucker in der verkohlten Landschaft unvergesslich bleiben.

David Gordon Green gewann 2003 mit „All The Real Girls" in Sundance den Spezialpreis der Jury, unternahm mit „Pineapple Express" (2008) und „Your Highness" (2011) Ausflüge zum Mainstream, bevor er jetzt mit „Prince Avalanche" zum Indie-Film zurückkehrte.

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