26.8.13

Planes

USA 2013 Regie: Klay Hall, 89 Min. FSK: o.A.

Vorsicht beim Gebrauchtwagen-Kauf: Disney bläst den Pixar-Erfolgsfilm „Cars" mit viel heißer Luft - siehe Ballonfilm „Up" - auf und stürzt mit diesem Billigflieger böse ab. Die Kinder-Animation „Planes" ist ein dürftige Umlackierung einer bekannten Geschichte und groß nur als Enttäuschung.

Das Sprühflugzeug Dusty träumt, während es Pflanzengift über den Feldern ausbringt, von einer Karriere als Rennflugzeug. Mit stotterndem Propeller will es die Welt sehen und umfliegen. Dafür sucht das kleine Flugzeug mit Höhenangst die Hilfe einer lokalen Legende, dem Kriegsflieger Skipper. Das klingt und sieht in der Animation auch mit den Windschutzscheiben als Augen aus wie die unwahrscheinliche Rennwagen-Geschichte aus „Cars". Nur bei „Planes" sind die Hintergründe flach wie Story und Figuren. Die originelle Detektiv-Geschichte der „Cars" fällt aus, stattdessen gibt es militaristische Trainingsroutine und ein uninteressantes Rennen. Am Ende ist Dusty eine „Inspiration für alle von uns, die mehr aus sich machen wollen, als das wofür sie gebaut sind." Und der Film ist eine Inspiration für alle, die mehr Geld aus etwas machen wollen, was nichts wert ist.

Der inhaltliche Tiefflieger „Planes" wird aus vielen Gründen kein Liebling im Kinderzimmer werden. Neben schwatzhaften Mechaniker-Sidekicks können weder ein weiblicher Konkurrent aus Indien, noch ein verrückter Mexikaner oder der hinterhältige Favorit interessieren. Ganz selten blitzen aus der gänzlich unoriginellen Grundidee ein paar gelungene Scherze auf. Etwa wenn in Indien zu Traktoren recycelte Flugzeuge als Heilige Kühe verehrt werden und Segelflieger riesige Flamingo-Schwärme bilden. Der nervige Kommentar stammt vom sprachlich extrem talentlosen Sportreporter Kai Ebel. Die simplifizierte Weltkarte zerrt pädagogisch nicht besonders geschickt Bayern und Indien in einer Flugetappe zusammen. Zudem erschreckt jede Friedens-Erziehung, wenn es als Belohnung Militärdienst und zwischendurch auch einen Luftkampf im Stile von „Top Gun" gibt. So was wird normalerweise als kostengünstige TV-Serie versendet. Auch das 3D ist in diesem Film völlig witzlos und keinen Aufpreis wert.