4.6.13

Snitch

USA, Vereinigte Arabische Emirate 2013 (Snitch) Regie: Ric Roman Waugh, mit Dwayne Johnson, Barry Pepper, Jon Bernthal, Susan Sarandon, Michael K. Williams 112 Min. FSK ab 12

Als sympathischer Bauunternehmer kümmert sich John Matthews (Dwayne Johnson) mehr um den neuen Angestellten, als um seinen 18-jährigen Sohn Jason (Rafi Gavron), der bei Johns Ex-Frau wohnt. Als Jason mit einem Paket voller Ecstasy-Pillen erwischt wird, kann der Junge die Mindeststrafe von zehn Jahren Haft nur reduzieren, wenn er andere Drogenkäufer verrät. Doch der einzige, den er kennt, ist der angebliche Freund, der ihn schon für eine Strafreduzierung verraten (engl: to snitch) hat. Da Jason selbst nicht zum Verräter werden will, als er in Untersuchungshaft krankenhausreif geschlagen wird, macht Papa John den Drogen-Kurier, nur um einen der Händler an die Staatsanwältin Joanne Keeghan (Susan Sarandon) auszuliefern.

„Snitch", ein Film vom unbekannten Action-Regisseur Ric Roman Waugh, nimmt sich die Zeit, das schwierige Verhältnis von John zu seinem Sohn durchaus ernsthaft zu behandeln. Er skizziert auch die Seitenlinien der Handlung, in der Daniel, ein vorbestrafter Angestellter von John, seine Beziehungen zum kriminellen Milieu einsetzt. Die Action startet erst nach fünfzig Minuten, als John einen seiner Firmenlaster zum Schmuggeln startet. Dann allerdings ist das Filmchen endgültig in der Mittelmäßigkeit angekommen. Er hatte bis dahin schnell erzählt, aber auch einige Glaubwürdigkeits-Lücken in Kauf genommen. „Snitch" hält seine Grundspannung, bleibt aber sehr eindimensional. Selbst Marc Wahlbergs ähnlich gelagerter „Contraband" stellt „Snitch" in den Schatten.

Ex-Wrestler Dwayne „The Rock" Johnson in gemeinsamen Szenen mit der großartigen Schauspielerin Susan Sarandon zu sehen, ist schon kurios. Sie zeigt als zynische Staatsanwältin, dass der verlogene „Kampf gegen Drogen" keinen Raum für Gerechtigkeit lässt, und dass sich die Methoden der Strafverfolgung nicht von denen der Drogen-Kartelle unterscheiden. Johnson ist wenigstens nicht der Superman, der alles im Griff hat. Sein naiver und dickköpfiger John steckt sogar mal eine Tracht Prügel ein. Haarsträubend dämlich wird die mäßige Unterhaltung allerdings, wenn sie uns weismachen will, dass all die Drogenkriminalität nur aus Sorge um die konservative Kernfamilie geschieht.

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