18.6.13

Confession

Frankreich, BRD, Großbritannien 2012 (Confession of a child of the century) Regie: Sylvie Verheyde, mit Charlotte Gainsbourg, Pete Doherty, August Diehl, 120 Min., FSK ab 12

Nach Alfred de Mussets (1810 - 1857) autobiographischem Roman „La confession d'un enfant du siècle" („Bekenntnis eines jungen Zeitgenossen") über seine Beziehung zu George Sand entstand ein in Stimmungen schwelgender Film, der das Liebes- und Leidensdrama vor allem atmosphärisch interessant fasst.

Anstelle von Dialogen und Handlungen als antreibende Elemente schwebt der Film lange Strecken zwischen diesen, ist mit oft unscharfen Bildern und dem Score von „NousDeux the Band" der Sound- und „Bild-Track" einer persönlichen und - so wird behauptet - auch Zeit-Stimmung. Octave (Pete Doherty) steht für eine „verlorene Generation" in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Exzessive Feiern und viele erotische Begegnungen versuchen die Leere eines Lebens-Überdrusses aufzufangen. Octave weigert sich zu lieben, verfällt aber doch der älteren Brigitte (Charlotte Gainsbourg).

„Confession" zeigt ein intensives, verzweifeltes Verhältnis, das bereits einmal in „Das Liebesdrama von Venedig" (Les enfants du siècle, Regie Diane Kurys) mit Juliette Binoche und Benoît Magimel verfilmt wurde. Die talentierte Belgierin Sylvie Verheyde, die bisher mit „Stella" (2007), der Geschichte einer Kneipentochter beeindruckte, lässt uns die Gefühlsqualen über zwei Stunden lang intensiv miterleben. Das ungewöhnliche und nicht professionelle Spiel vom bekannten Musiker Pete Doherty fügt sich ein, ist jedoch merklich ein anderes als etwa das von August Diehl, der neben „Layla Fourie" wieder einmal in einer englisch-sprachigen Produktion beeindruckt und so den unsäglichen „Nachtzug nach Lissabon" vergessen lässt.

Vor allem im Zusammenspiel mit Charlotte Gainsbourg gelingen Doherty natürlich wirkende Szenen und kleine Perlen wie eine transvestite Verkleidung der beiden. Gainsbourg verdankt man auch die emotionalsten Szenen im verzweifelten Kampf ihrer Figur um Liebe, im Abmühen am überdrüssigen Schnösel Octave. Ein mit dunklen Bildern und Wort- wie Musikschleifen ungewöhnlich eindringlicher und in seinem Stil kompromissloser Film, auf den man sich ganz einlassen sollte.

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