29.5.13

Hangover 3

USA, 2013 (The Hangover Part III) Regie: Todd Phillips, mit Bradley Cooper, Ed Helms, Zach Galifianakis, Ken Jeong, Justin Bartha, John Goodman 100 Min.

Ein übler Kater nach dem feucht-frechen Fest - „Hangover 3" hinterlässt nach wilder Erzählung und großem Erfolg bei den Vorgängern ist unangenehmes Nachgefühl. Das „wolf pack" Phil, Stu, Alan und Doug landet wegen ihrem Dauer-Freund/Feind Mr. Chow in einer albernen Gangster-Komödie.

Was ist eigentlich passiert? Wie kommen wir in diese mehr als missliche Lage? So begann beim ersten „Hangover"-Film einer Erinnerungstour mit heftig peinlichen Entdeckungen und eine Erfolgsgeschichte an der Kinokasse. Vor allem der Standup-Comedian Zach Galifianakis, der als verpeilter Kumpel Alan das Chaos-Quartett immer wieder in Fettnäpfchen, Gefängnis oder auch nur lebensgefährliche Situationen brachte, wurde weltweit bekannt. Nun, im lahmen dritten Teil, ist es die Sorge um ihn, die alle wieder zusammenbringt: Alan köpft nicht nur eine Giraffe auf der Autobahn und besorgt seinem Vater einen finalen Herzstillstand, er ist auch einfach völlig durchgeknallt und hat zudem seine Medikamente abgesetzt. Auf dem gemeinsamen Weg zu einer Besserungsanstalt werden die Freunde vom Gangster Marshall (John Goodman) gekidnappt. Der Auftrag für den Rest des Films lautet: Bringt mir Mr. Chow (Ken Jeong) und die Goldbarren, die er mir geklaut hat. Der großartige Auftakt mit einer dichten Abfolge von irren Szenen zeigte auch Chows Ausbruch aus einem Knast in Bangkok. Doch nach Goodmans Auftritt, der wenig tut und doch noch zum Besten des Films gehört, fährt der Film auf Autopilot fort.

Dabei wird die geniale Grundidee der ersten Teile mit ihren wahrlich überraschenden Rückblenden für eine langweiligere chronologische Erzählung aufgegeben. Sogar eine komplizierte Erklärung und Einleitung von Gangster Goodman muss man dabei ertragen. Dann geht es nach Mexiko, wobei selbst Tijuana mit einer Dosis verlebter Umgebung dem Film keinen Pep gibt. Wie in zig anderen Gauner-Routinen wird in eine Villa eingebrochen, um noch mehr Gold zu stehlen. Zurück in Vegas, wo alles anfing, gibt es noch eine Entführung aus Caesar Palace und dann ist der Film glücklicherweise bald ausgestanden.

„Hangover 3" wirkt wie die Geiselnahme von Figuren und Erfolgsformel durch einen sehr gewöhnlichen Film. Es gibt die gleichen Gesichter und ein paar Verweise auf die schlimmsten Sachen aus den letzten beiden Folgen, doch sonst ist nichts wie es war. Wenn der wahnsinnige Chow auf unvergleichliche Weise Johnny Cashs „Hurt" in einer Karaoke-Bar covert, wenn seine mit Kokain gefütterten Kampfhähne auf die Freunde losgehen, landet der Film seine einzigen Humor-Treffer.

Doch vor allem ist dies Action mit Albernheiten, mittelmäßiger Krimi mit vier gewöhnlichen Deppen als Hauptfiguren. Um es noch schlimmer zu machen, schiebt der lahme Abklatsch bei Alan etwas persönliche Entwicklung nach und diskreditiert sich endgültig mit einem Hochzeits-Ende, für das sich sogar ein trivialer Hausfrauen-Film schämen würde.

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