6.4.13

Hannibal 2013

„Roter Drache" von Michael Mann war schon immer besser als der ganze Hannibal Lector-Kram, der nachher kam. Selbst als „Schweigen der Lämmer". Nun geht es wieder zurück zum Roman „Roter Drache" von Thomas Harris, der zusammen mit Bryan Fuller „Hannibal" entwickelte und schrieb. Die US-Serie schickt den FBI-Agenten Will Graham zusammen mit Dr. Hannibal Lecter auf die Jagd nach Serien-Mördern. „Hannibal" packt von Anfang an mit einer rückwärtslaufenden Szene, die eher an Lynch als an Kubrick erinnert (was ein Artikel referiert). Leichenfunde in einer Hieronymus Bosch-Szenerie, ein wenig Bach Cello-Suite, pulsierender Ambient-Sound, dann schwebende Opfer in den Albträumen Grahams neben ihm im Bett ... der Auftakt verspricht sehr viel!

Hugh Dancy gibt den üblichen autistischen oder sonstwie sozial geforderten Untersucher mit faszinierender analytischer Präzision. Dass seine Rekonstruktion der Ereignisse auch für uns sichtbar ist, gibt es auch in „Unforgettable". Dass man ihn allerdings dabei in der Rolle des Mörders sieht, ist ganz klar „Element of Crime"- und Hannibal Lecter-Stoff. Auch dass man als Hinweis auf eine Verschwundene diese direkt in ihrem Kinderzimmer findet, ist höchst originell.

Laurence Fishburne als FBI-Vorgesetzter Grahams ergänzt die sehr starke Darstellerpräsenz noch bevor Mats Mikkelsen auftritt. Dieser ist zuerst auffällig nur über die Retroklamotten seines Dr. Lecter. Richtig sympathisch der dänische Dialekt, eindrucksvoll ein kleines Duell mit dem Profiler Graham. Aber ganz groß schon das schauerlich genüssliche erste Abendmahl des Kannibalen. Zum nächsten Arbeits-Treffen bringt er dann sein ausgewähltes Essen in Tupperdosen mit. Horrend sind auch die Details, die Graham mit großer Empathie über den Täter herausfindet. Den einen, für diese Folge. Denn mit dem anderen arbeitet er zusammen...

„Hannibal" ist bei der ProSiebenSat.1-Gruppe voraussichtlich für die TV-Season 2013/2014 angekündigt.

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