16.4.13

Broken City

USA 2013 (Broken City) Regie: Allen Hughes mit Mark Wahlberg, Russell Crowe, Catherine Zeta-Jones, Jeffrey Wright 109 Min. FSK ab 12

Die Stadt ist pleite - das meint „Broken City" - und wer kennt das nicht? Deshalb sollte man vor allem zur Wahl gehen. Aber auch zu Wahlberg ins Kino? Die konventionelle Detektiv-Story „Broken Circle" reizt - wenn überhaupt - nicht mit Wahlbergs einfältigem Schnüffler, sondern mit der Faszination des bösen Bürgermeisters in Form von Russell Crowe.

Der New Yorker Polizist Billy Taggart (Mark Wahlberg) wird nach der Erschießung eines Verdächtigen zwar freigesprochen, muss aber trotzdem den Dienst quittieren. Sieben Jahre später macht er nur noch Jagd auf Ehebrecher. Was zum ganz schmutzigen Job wird, als ihn der Bürgermeister Nicolas Hostetler (Russell Crowe) beauftragt, seiner Frau Cathleen Hostetler (Catherine Zeta-Jones) nachzustellen. Die trifft sich tatsächlich mitten im Wahlkampf sehr privat mit dem Berater des in Führung liegenden Gegners. Nach einer Film-Stunde zeigen sich die Abgründe des herrischen Hostetler: Der politische und persönliche Nebenbuhler liegt ermordet auf der Straße, der Amtsinhaber hat wieder alle Trümpfe in der Hand.

Angesichts des schauspielerischen Gewichts erstaunt es, dass Mark Wahlberg als Koproduzent hier den wesentlich präsenteren Russell Crowe anheuert. Andererseits: Wahlberg selbst ist in der Hauptrolle nur mäßig, selbst wenn sie ganz auf seinen Typus des einfachen bis einfältigen Mannes zugeschnitten ist: In einem reizenden Gespräch mit dem Objekt seiner Untersuchung Cathleen Hostetler (Catherine Zeta-Jones) fragt diese mit spitzer Zunge treffend, ob der Detektiv katholisch oder dumm sein. Billy kann beides bejahen. Und ergänzt, er werde dafür bezahlt, Fotos zu machen, nicht zu denken.

Vor allem der sehr plötzliche Umschwung vom kleinen, braven Schnüffler zum Amok laufenden Säufer, nachdem er seine Freundin in einem Softporno gesehen hat, funktioniert nicht. Das liegt nicht nur an Wahlberg, auch andere Momente sehen nach holperigem Drehbuch oder Schnitt aus. Regisseur Allen Hughes hat hier erstmals ohne seinen Bruder Albert inszeniert, „The Book of Eli" gelang beiden noch eindrucksvoll. So ist beispielsweise die Vorgeschichte, in der Billy einen Vergewaltiger und Mörder in angeblicher Notwehr erschießt, routiniert erzählt. Doch schon das Ausspionieren der prominenten Verdächtigen wirkt nicht glaubhaft. Die große tragische Figur der Cathleen Hostetler steht Catherine Zeta-Jones gut, besser als die sexuell unterversorgte Soccer-Mom aus „Kiss the Coach".

Übersichtlich wie das Positive des Films ist auch die politische Aussage: Die Regierung verkauft wieder mal Sozialwohnungen - oder Wasser oder die Eisenbahn... und die Bestechungsgelder werden mit Preiserhöhungen finanziert. Letztendlich ist alles nur noch ein schmutziges Machtspiel, bei dem wahrscheinlich der eine korrupte Politiker durch den nächsten ausgewechselt wird. Irgendwie hat man das Gefühl, dass „Broken City" nur ein Notnagel ist, bis nächste Woche „Broken Circle", die Sensation des Jahrzehnts, die Kinos erobert.

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