26.3.13

Voll abgezockt

USA 2013 (Identity Thief) Regie: Seth Gordon mit Jason Bateman, Melissa McCarthy, Amanda Peet 111 Min. FSK ab 12

Sandy und Trish Patterson sind eine liebliche Ami-Familie aus Denver, wieder schwanger und haben Geldprobleme. Richtige Geldprobleme, weil eine Frau aus Florida die Identität des Familienvaters klaut und mehrere seiner Kreditkarten um Tausende überzieht. Sandy, schon genug mit seinem Frauen-Vornamen geschlagen, ist bald seinen Job los, nur die Polizei schenkt ihm jetzt besondere Aufmerksamkeit. Sie hilft nach Entdeckung des Missverständnisses nicht, der zu brave Bürger muss selbst ran, fliegt „an den schlimmsten Ort der USA". Der Film kommentiert diese Lösung mit: Das ist lächerlich!

Lächerlich gemacht wird auch die Betrügerin. Die kaufsüchtige Sandy-Kopie namens Diana ist ein einsamer Mensch, der hier übergewichtig, in unvorteilhaften Klamotten, Frisur, und Make Up diskreditiert wird. Ach, nebenbei ist sie noch dämlich. Diana hat kein Selbstbewusstsein, aber dafür eine Kreditkarte, die eines anderen. Eine gemeinsame Flucht vor Gangstern mit Gewehren und tödlichem Racheplan ist die dramaturgische Krücke, an der sich der Film noch eine Stunde lang dahinschleppt. Denn ein Flug ist für zwei Personen mit der gleichen Identität nicht drin, deshalb wird Sandy für eine lange Autofahrt zurück nach Denver an die soziopathische Betrügerin gefesselt. Und wir an diesen quälend schlechten Film. Man hätte ihn auf Video herausbringen sollen, genau Video, nicht DVD, damit ihn wirklich keiner mehr sehen muss.

Dieser „Identitäts-Diebstahl" klaut ein altes, immer noch hoch aktuelles Thema, das Sandra Bullock schon 1998 spannend in „Das Netz" trieb. Nun sollte es komisch werden. Seth Gordon hat mit „Kill the Boss" (Horrible Bosses) und auch mit Jason Bateman in der Hauptrolle eine halbwegs bissige Satire der Arbeitswelt gedreht. Dass Diana die Wohnung voll unnützem Zeug in mehrfacher Ausführung hat, geht diesmal nur schwer als Kapitalismus-Kritik durch, der Rest ist verlogen. Nicht mal die Figuren-Entwicklung während des Road-Trips hin zur Freundschaft, um die sich alles drehen sollte, funktioniert halbwegs. Die Geschichte so vorhersehbar wie Jason Bateman in der Rolle des ausgebeuteten, lieben aber naiven Buchhalters, der richtig runter kommt.

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