11.3.13

Rubinrot

BRD 2012 Regie: Felix Fuchssteiner mit Maria Ehrich, Jannis Niewöhner, Veronica Ferres, Uwe Kockisch, Katharina Thalbach 122 Min. FSK ab 12

Kerstin Giers „Edelsteintrilogie" musste zwangsläufig im Kino landen. Doch weniger an die titelgebenden Edelsteine als an eine Kiesgrube denkt man beim Ergebnis, bei diesem übervollen Durcheinander aus Fantasy-Elementen und vor allem einem Aschenputtel-Kitsch aus Groschenromanen. Die 16-jährige Gwendolyn (Maria Ehrich) wird von ihrer reichen Cousine gemobbt. Zu unkonventionell ist die mit Punk-Accessoires dekorierte Schülerin eines Londoner Internats. Ihre unabhängige Haltung wird auf die Probe gestellt, als Mitglieder einer düsteren Loge in Gwendolyn den Rubin genannten, letzten Baustein einer zu Zeitreisen veranlagten Gruppe von zwölf Menschen erkennt. Nun soll das eigenwillige Mädchen, das in aufgepimpten Turnschuhen im London des letzten Jahrhunderts landet, mit snobistischen Verwandten und dem arroganten Aristokraten-Sprössling Gideon de Villiers (Jannis Niewöhner) zusammenarbeiten. Die Momente, in denen Gwendolyn plötzlich und immer mit Schwung durch Zeit und Raum in die Vergangenheit gezogen wird, weichen kontrollierten Zeitreisen vermittels einer durch Blut angetriebenen Maschine.

Bemüht inszeniert macht der Film aus dem eigentlich klaren Plot ein wirres und über zwei Stunden langweilendes Durcheinander. „Rubinrot" springt im Minutentakt zwischen Genres hin und her - für das Gelingen viel gefährlicher als die Zeitsprünge! Dabei befindet sich die Zeitmaschine übrigens circa 20 Meter von der Pforte des Aachener Doms entfernt - was mit roter Telefonzelle und Briefkasten als London verkauft wird. Zwar gestaltet die Deko diesen Hof den verschiedenen Epochen gemäß, doch auch im Setting springt der Film vom Glitter Londons zu günstigeren und wenig eindrucksvollen Kulissen in Deutschland. Der Schieflage schließt sich der zwischen Einzelszenen nicht austarierte Ton an, vor allem Veronika Ferres liefert ganz schnell eine schrille Kostprobe ihres Könnens. Das Arsenal der Darsteller spannt sich von ehemaligen Fassbinder-Recken wie Gottfried John über Frau Ferres, der Diva des Unfähigen, bis zu schlimmen TV-Schargen, die mit entsprechenden Dialogen gefüttert wurden. So entsteht eine peinliche Art Pilcher für Jugendliche, wobei die Helden auch noch gegen eine böse Weltherrschaft kämpfen müssen.

Positiv fällt allein Maria Ehrich mit eher zurückhaltendem Spiel in der Hauptrolle als Gwendolyn auf. Die höchstens in ihrer schlechten Qualität einheitlichen Elemente tun der Unterhaltung nicht gut. Langwierig und -weilig schleppt sich die Handlung zu einem finalen Schulball und den unerlässlichen Cliffhanger hin. Es wird auf jeden Fall weitergehen, vielleicht mit ausgewechseltem Team und in besserer Qualität.

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