8.2.13

Berlinale 2013 Gala Les Misérables


 
Heute Abend wird der frisch verfilmte Musical-Erfolg „Les Misérables“ (Regie: Tom Hooper) als „Gala“ der Berlinale kurz vor dem kommerziellen Kinostart für viel Wirbel sorgen. Kein Wunder, ist die musikalische unterlegte Illiteraten-Version von Victor Hugos „Die Elenden“ doch mit Hugh „Wolfen“ Jackman, Russell „Gladiator“ Crowe, Anne Hathaway, Amanda Seyfried, Helena Bonham Carter und Sacha „Borat“ Baron Cohen ausgesprochen prominent besetzt. Allerdings schlug ein Musik-Fachmann völlig zu Recht als Titel „Des Kaisers neue Kleider“ vor, weil niemand erwähne, dass die hervorragenden Schauspieler schlicht nicht singen können. So sind die dank dickem Produktions-Etat eindrucksvollen Kulissen und Kostüme der Revolutions-Schmonzette wegen der Tonspur nur ganz schwer erträglich. Die Veranstaltung kann heute Abend in verschiedenen Kinos (unter anderem Eden, Aachen) live verfolgt werden.
Wenn Amanda Seyfried, hier als Ziehtochter des Helden nur lieblich, in einem anderen Berlinale-Starter die seit „Deep Throat“ legendäre Porno-Darstellerin Linda Lovelace spielt, ist ein wesentlich spannenderer und Berlinale-gerechterer Film zu erwarten.

Solche „miserablen“ Gala-Veranstaltungen müssen eindeutig im Zusammenhang mit Kürzungen gesehen werden, die dazu führen, dass Filmfestspiele vermehrt über Eintrittskarten finanziert werden. Dadurch erfährt beispielsweise auch die filmhistorische Retrospektive über den Einfluss von Filmemachern der Weimarer Republik eine gewisse Banalisierung mit populären Werke wie „Casablanca“, die man sowieso schon kennt.

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