21.1.13

Gangster Squad

USA 2012 (Gangster Squad) Regie: Ruben Fleischer mit Josh Brolin, Ryan Gosling, Sean Penn, Emma Stone, Anthony Mackie, Giovanni Ribisi, Michael Peña, Robert Patrick, Nick Nolte 113 Min.

James Ellroys „L.A. Confidential" und Polanskis „Chinatown" sind großartige Filme. So was mit Gangstern im historischen Los Angeles wollte Regisseur Ruben Fleischer sichtlich auch mal machen. Zwar sieht sein Versuch gut aus, doch inhaltlich bleibt es eine Kompilation von Szenen, die man anderswo bereits gesehen hat. Da helfen auch die exzellenten Schauspieler in ihren schicken Kostümen nicht drüber hinweg.

John O'Mara (Josh Brolin) scheint 1949 der einzige Cop der Stadt zu sein, der sich nicht kaufen lässt. Besonders clever ist er allerdings nicht und steuert immer geradezu Ärger an. Etwa, wenn er als Ein-Mann-Kampfmaschine eine neu angekommene Blondine vor Vergewaltigung und Zwangsprostitution rettet. Das Lager-Gebäude zur „Abrichtung" von Frauen lag ausgerechnet im scheinbar rechtsfreien Raum des Gangsterbosses Mickey Cohen (Sean Penn). Doch der Krieg in L.A. geht erst richtig los, als John für Polizei-Präsidenten Bill Parker (ein sehr aufgequollener Nick Nolte) eine illegale Aufräumtruppe bildet, die gesetzlos gegen die Gesetzlosen vorgeht.

Erster Kandidat ist Polizeikollege Jerry Wooters (Ryan Gosling): Auch einer, der Ärger sucht, aber ganz anders. Etwa, indem er eine Affäre mit der Geliebten (Emma Stone) von Mickey Cohen anfängt. Die anderen Kämpfer in diesem Guerilla-Krieg gegen die Besatzung durch das Verbrechen sind ebenso schematisch wie die Szenen ihrer Kür. Giovanni Ribisi ist der empfindsame Tüftler, Robert Patrick als stoischer Scharfschütze ein wandelndes Western-Museum. Die Bilder zeigen dazu mit der bunten Neonwerbung der Vergnügungsviertel einen schillernden Glanz über dunklem Abgrund. Klingt alles ganz gut, sieht auch toll aus und funktioniert trotzdem nicht.

„Ich will mehr" ist das Motiv des gierigen Bosses, der die Stadt schon besitzt, sich jetzt aber auch mit den Gangstern aus Chicago anlegt. Das treibt heute auch Banken und Konzerne an, damals hatte das Verbrechen allerdings noch ein Gesicht. Sean Penn gibt den sadistischen, alten Gangster. Einen jüdischen Ex-Boxer, der nun den italienischen Mob aufmischt. Das muss Penn wie bei den Figuren aus „Sin City" hinter einer überzeichneten Fratze tun. Dabei kann der Mann schauspielern wie nur wenige. Die Maske verhindert das allerdings größtenteils. Auch die anderen Darsteller bleiben einsame Monolithen in einer uninteressanten Handlung, während die Chemie der ungleichen Kumpel John und Jerry nicht funktioniert.

Auch die Geschichte der Kriegsveteranen, die nicht aufhören können zu kämpfen, bekommen wir überdeutlich, diesmal aufs Ohr gedrückt. Man versteht schnell und weiß, was passieren wird, ahnt, was das werden sollte. Eine harmlosere, nicht so anspruchsvolle Version von „L.A. Confidential". Zwar auch brutal, aber mit einer dumpfen Brutalität, die nicht so unter die Haut geht. Regisseur Ruben Fleischer, der nach seinem erfreulichen Debüt mit „Zombieland" (2009) schon mit der dünnen Gauner-Komödie „30 Minuten oder weniger" enttäuschte, droht als Spezialist für Kopien in die Parodie abzurutschen.

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