7.8.12

Locarno 2012 40 Jahre Ökumenische Jury

Ein erstaunliches Jubiläum wird beim Filmfestival Locarno dieser Tage gefeiert: Vor 40 Jahren wurde die Idee einer Ökumenische Jury geboren. Damit war das Schweizer Festival beispielsweise Cannes einige Jahre voraus. Viele weitere Festivals folgten. Die Initiative ging vom ehemaligen Festivaldirektor Moritz de Hadeln aus, der später die Berlinale leitete. Der Schweizer besänftigte damals auch Gegenwind der regionalen Kirchen im katholischen Tessin. Seit 40 Jahren wird dieser aktuell mit 20.000 Schweizer Franken dotierte Preis, der seinen Fokus mehr und mehr auf friedliches Zusammenleben der Kulturen legt, verliehen. Dabei schenkt sie „ihre Aufmerksamkeit qualitativ herausragenden Werken, welche spirituelle Aspekte unserer Existenz berühren und Werte wie Menschenwürde, Gerechtigkeit, Respekt gegenüber der Umwelt, sowie Frieden und Solidarität ansprechen", so die offizielle Medienmitteilung der ökumenischen Jury. Das Preisgeld ist allerdings an den Verleih in der Schweiz gebunden und wird ausbezahlt, wenn ein Schweizer Verleiher bereit ist, die Auswertungsrechte für den Film zu kaufen und ins Kino zu bringen.
Die Jurys sind längst nicht mehr nur christlich, auch jüdische oder sogar atheistische Juroren hat es schon gegeben. Auffällig bleibt jedoch, dass unter den Weltreligionen das Christentum eine besonders intensive Beschäftigung mit dem Film pflegt. Als Ehrengast in Locarno ist der polnische Regisseur Krzysztof Zanussi eingeladen. Er bringt mit „Illuminacja" den ersten ökumenischen Preisträger von 1973 zurück ans Festival. (jek)

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