8.8.12

Familientreffen mit Hindernissen

Frankreich 2011 (Le Skylab) Regie: Julie Delpy mit Lou Avarez, Julie Delpy, Eric Elmosnino, Aure Atika, Noémie Lvovsky 114 Min. FSK ab 12

Julie Delpy macht komische Familienfilme. In solchem Maße, dass bei „2 Tage Paris" und „2 Tage New York" sogar ihre Eltern mitspielten. Julie selbst übernahm selbstverständlich die Hauptrolle in einer schwierigen transatlantischen Beziehung. Dies „Familientreffen mit Hindernissen" beginnt wieder mit einer französisch-englische Beziehung im Heute, doch dann schweifen die Gedanken einer erwachsenen Frau (Karin Viard) zurück ins Jahr 1979: Das Alter Ego von Delpy heißt diesmal Albertine und zählt gerade mal elf Jahre. Zusammen mit Eltern und Geschwister geht die Sommerreise von Paris an die Bretonische Küste, wo sich eine Riesenfamilie trifft. Man grillt ein Spanferkel im Garten, die Männer spielen Fußball, die Frauen reden über die Männer und den Sex. Dann folgt eine wunderbare Gesangsrunde, am Strand müssen die FKK-Nachbarn genau inspiziert werden und vor Albertines staunenden Augen steigt ein junger Neptun aus den Fluten.

Überschattet wird dieses sommerlich leichte Treiben nur vom drohenden Absturz der US-Raumstation „Skylab". So heißt auch der Film im Original, der deutsche Titel „Familientreffen mit Hindernissen" suggeriert viel mehr Drama und in der Referenz auf andere „Familientreffen" eine Beliebigkeit, die Julie Delpys sympathische Regie-Arbeit gerade nicht transportiert.

Das Herz der Geschichte schlägt tatsächlich für Albertine, die sich zum ersten Mal verliebt und gleich darauf die unglückliche Liebe kennenlernt. Da interessiert es sie gar nicht mehr, ob ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Doch am nächsten Morgen ist wieder alles in Ordnung und die Feier der (Groß-) Familie klingt fröhlich aus. Man kann Delpys Retro-Party dank toller Schauspieler, einer netten Geschichte mit witzigen Szenen und Dialogen sehr schön mitgenießen, vielleicht sogar mitsummen und sich dabei das Herz erheitern lassen.

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