10.1.12

Helden des Polarkreises

Finnland, Island, Schweden 2010 (Napapiirin Sankarit) Regie: Dome Karukoski 95 Min. FSK ab 12

Aki Kaurismäki hat aus der klimabedingt typischen Depression der Finnen Filmkunst vom Feinsten gemacht. Sein Bruder Mika macht manchmal auch Annehmbares. Die „Helden des Polarkreises" versuchen derartig trockenen, skurrilen Humor auf ein paar moderne Slacker zu übertragen, wie sie Sarazin sich vorstellt.

In einer tristen Gegend mit hoher Selbstmordrate und Arbeitslosigkeit leidet man gerade besonders, weil die Nationalmannschaft im Eishockey gegen Schweden verloren hat. Doch Janne (Jussi Vatanen) hat schon für einen Schulaufsatz den einsamen Baumel-Baum beschrieben, an dem sich Generationen seiner Familie aufgehangen haben. Nun muss Janne in einer Nacht seine trübe Beziehung retten, indem er der alleinverdienenden Freundin endlich eine Digibox besorgt. Vorher hat er ihr Geld dafür versoffen und die Ladenöffnungszeit verpennt. Es beginnt eine nächtliche Odyssee mit Schneeverwehungen, Alkoholseen und viel dämlichem Verhalten. Mit zwei nicht wesentlich klügeren Freunden und einem aufgemotzten Auto bricht Janne auf zur nächsten größeren Stadt. In einem Spaßbad treffen sie ihre Traumfrauen aber laufen davon. Dauernd fehlt Geld für Benzin und für die Digibox sowieso. Problematisch erweist sich auch, dass die Entscheidung zwischen Tankanzeige oder Subwoofer für den satten Sound ausfiel. Während die drei in der Nacht nicht viel lernen, soll der nur selten irgendwie schräge oder originelle Blödsinn Spaß machen. Klappt aber auch nicht.

Man könnte sagen „Slacker-Komödie", man könnte es auch etwas tiefer und dämlicher hängen und den Einfluss der Aptow-Komödien für die Banalisierung des finnischen Humors oder für die unreifen Figuren verantwortlich machen. Die deutsche Synchro macht das Ganze noch etwas depperter, aber die macht ja selten Gutes. Lieber Kaurismäki kucken.