2.9.09

Klischees und Kirchen-Zombies

 

Venedig. Die Filmfestspiele bedienen gleich von Anfang an alle Italien-Klischees und die Filme alle sonstigen Wünsche. Da begrüßt einen die Vermieterin mit einem Lamento über Berlusconi und seine Medien-Diktatur. Da steht der Neubau für den Festivalpalast selbstverständlich exakt im wuseligsten Weg rum. Da ist das Behelfskino schlecht und viel zu laut gekühlt. Aber all das lieber, als ein dämonisches Virus im Haus. Oder einen vatikanischen Exorzisten-Chemiker unter dem Dach, der mit Genen und Kindern experimentiert. Oder eine Reporterin, die viel zu gut aussieht für ein Zombie-Massaker. All das packen die Spanier Jaume Balaguero und Paco Plaza unter das Quarantäne-Dach von „[REC] 2". Und mann, haben die beiden seit ihrem Überraschungshit „[REC]" dazugelernt. Nun stehen einem 80 Minuten lang die Haare zu Berge und dann muss auch Schluss sein. Klasse zu sehen, dass es noch intelligente Schocker gibt und dass die Spanier immer noch sehr wachsam die Rollen von Kirche, Militär und Zivilisten durchdeklinieren. Womit wir wieder bei Berlusconi wären - aber das ist ein ganz spezieller Horror eines Todgeglaubten im zweiten Teil.