16.1.07

The Fountain


USA 2006 (The Fountain) Regie und Buch: Darren Aronofsky mit Hugh Jackman, Rachel Weisz, Ellen Burstyn, Mark Margolis, Stephen McHattie 94 Min. FSK: ab 12
 
Vom 16. Jahrhundert der spanischen Eroberung Lateinamerikas bis zum 26. Jahrhundert irgendwo draußen in einem fernen Sternennebel reicht der Bogen dieses Liebes- und Lebensfilms. Die Suche nach dem Ewigen Leben, der Kampf gegen Krankheit und Tod entfremdet einen Mann über ein Jahrtausend von seiner Liebe. Nach "Pi" und "Requiem for a Dream" gelang dem Regie-Unikat Darren Aronofsky mit "The Fountain" erneut eine komplexe und faszinierende Filmwelt.
 
Der Konquistador Tomas Verde (Hugh Jackman) sucht für seine spanische Königin Isabel (Rachel Weisz) mit Schwert und Kompass den biblischen Baum des Lebens, den Gott nach Adam und Evas Sündenfall versteckt hatte, die Quelle (engl.: the fountain) des ewigen Lebens. Alte Sagen berichten, dass ihn Maya-Priester irgendwo bei ihren Pyramiden im Dschungel versteckt halten. Der tiefere Sinn dieser fantastischen Geschichte erschließt sich in einer anderen Ebene des Films, die heute spielt. Dort versucht Tom Creo (Hugh Jackman), das Alter Ego des forschen Entdeckers, verzweifelt mit Tierexperimenten den Hirntumor seiner Frau Izzi Creo (Rachel Weisz) zu stoppen. Kurz vor dem Durchbruch, der das Leben seiner Liebe retten könnte. Tragisch dabei, dass der Wissenschaftler vor lauter Forscherdrang seine sterbende Frau vernachlässigt, ihr nicht die Nähe gibt, die sie nur noch spüren will. Weil Izzi sich längst mit dem Unabänderlichen abgefunden hat. Als Nachlass schrieb sie ein Buch, das von einem spanischen Eroberer erzählt. Und von einem Weltraum-Reisenden. Ihr letzter Wunsch war, dass Tom diese Geschichte fortschreiben und somit verstehen würde.
 
Doch die Reise geht weiter in Sphären, die Aronofsky bei der Premiere in Cannes dem Kitschvorwurf ausgesetzt haben: In einer großen Kugel schwebt Tommy (wieder Jackman) zum Sternennebel Xibalba, wo sich nach der Maya-Mythologie die Unterwelt befinden soll. Mitten in der Kugel wächst der Baum des Lebens. Und ein Mann versucht immer noch, sich mit dem Tod abzufinden...
 
Eindrucksvolle Film- und Gedanken-Bilder gibt es reichlich beim lang erwarteten neuen Film von Darren Aronofsky, der mit "Pi" sowie "Requiem for a dream" mitreißende Strudel aus Bildern und Tönen aufwirbelte. Nun geht es in "The Fountain" um Leben und Tod. Vor allem in den Science Fiction-Szenen kann man Aronofsky Beziehung zu Kubrick ahnen, zu den abgehobenen Bildrätseln des im All von "2001" schwebenden Zimmers. In den drei eng verbundenen Ebenen stehen sich ein männliches Prinzip der Ratio und ein weibliches Verständnis für den Lebenszyklus gegenüber. Im Kern eine wichtige, eine spannende Idee, die man sich nicht von teilweise kitschigen Bildern verstellen lassen sollte.